Dürr

20.01.20
Finanzen & Bilanzen

Treasurer wollen Konsortialkredit digitalisieren

Das Dürr-Treasury ist die manuellen Prozesse bei der Kreditverhandlung leid. Deshalb hat der Konzern nun eine Arbeitsgruppe mit Daimler, Merck und anderen Corporates gegründet. Ihre Idee: Eine digitale Plattform.

Nach dem Schuldschein soll jetzt auch der Konsortialkredit digitaler werden. Eine Gruppe von Corporate Treasurern aus dem Süden Deutschlands hat sich zum Ziel gesetzt, den gesamten Lebenszyklus eines syndizierten Kredits zu digitalisieren. „Von der Einladung der Banken über die Erstellung des Term Sheets bis hin zur Vertragsunterschrift sowie späteren Anpassungen sollen künftig alle Prozesse digital erfolgen“, beschreibt Christian Aue, Treasury-Chef des Maschinen- und Anlagenbauers Dürr, die Vision.

Der MDax-Konzern hatte im Sommer einen neuen Konsortialkredit ausgehandelt und dabei große Teile des Prozesses auf einer blockchain-basierten Plattform simuliert. Bereits damals hatte Aue den Anspruch formuliert, den Kreditprozess zu digitalisieren und so zu beschleunigen. „Alleine können wir das aber nicht erreichen“, räumt der Treasury-Chef ein.

Banken sind ebenfalls an Digitalisierung interessiert

Auf Einladung des Dürr-Treasury trafen sich daher vor einigen Wochen Treasury-Vertreter von neun deutschen Unternehmen – darunter Daimler, Merck, Mahle und Voith. Dazu gesellten sich noch zwölf Bankenvertreter, beispielsweise von der Deutschen Bank, der Commerzbank, BNP Paribas und Unicredit. Geleitet wurde der Workshop von Beratern der Boston Consulting Group (BCG). Auch Finanzierungsanwälte und Mitarbeiter der beiden Tech-Unternehmen R3 und Targens nahmen teil. „Aus unserer Erfahrung lassen sich solche signifikanten Digitalisierungsvorhaben nur End-to-End mit allen Beteiligten realisieren, von daher war das der richtige Auftakt“, sagt Felix Hildebrand von BCG.

Im Rahmen des Workshops habe man schnell festgestellt, dass sich die Schmerzpunkte aller beteiligten Parteien ähneln, berichtet Aue: „Es sind vor allem die Medienbrüche zwischen verschiedenen Systemen und papierhaften Formularen, die den Prozess verlangsamen. Deshalb braucht es eine Applikation, die die verschiedenen Prozesse miteinander verknüpft.“ Eine digitale Plattform könnte Abhilfe schaffen.

Wer eine solche Plattform betreiben könnte und es nach dem Auftakt-Workshop nun weitergeht, das erfahren Sie im aktuellen E-Magazin von DerTreasurer, das Sie hier herunterladen können.

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