Anleihen und Schuldscheine werden für den Medienkonzern ProSiebenSat.1 künftig wichtiger.

ProSiebenSat.1

14.12.20
Persönlich & Personal

„Wir sind nicht auf ein Rating angewiesen“

ProSiebenSat.1 hat ein Debt-Issuance-Programm aufgesetzt. Deputy CFO Ralf Gierig erläutert im Interview, warum der Medienkonzern das auch unabhängig von der Corona-Pandemie gemacht hätte.

In diesem Jahr haben schon einige Unternehmen wie der Halbleiterhersteller Infineon, der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen oder der Autovermieter Sixt ein Debt-Issuance-Programm aufgelegt. Auch der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat sich zu diesem Schritt entschieden und Ende Oktober ein bis zu 2,5 Milliarden Euro schweres Emissionsprogramm aufgesetzt. Mit der Coronakrise habe das aber nichts zu tun, beteuert Ralf Gierig, Deputy CFO bei ProSiebenSat.1: „Wir hätten das Debt-Issuance-Programm auch unabhängig von der Pandemie aufgelegt, da wir ab 2021 eine größere Flexibilität für die Refinanzierung künftiger Fälligkeiten haben wollen.“

ProSiebenSat.1 hat – Stand Ende September 2020 – insgesamt 3,2 Milliarden Euro an Fremdkapital ausstehend: 600 Millionen Euro entfallen auf eine Anleihe, die im kommenden Jahr fällig wird, 500 Millionen Euro auf Schuldscheindarlehen sowie 2,1 Milliarden Euro auf einen Term Loan.

Hinzu kommt noch eine syndizierte revolvierende Kreditfazilität über insgesamt 750 Millionen Euro, die laut Gierig primär dazu dient, Schwankungen im Working Capital auszugleichen und in der Coronakrise von April bis November in Höhe von 350 Millionen Euro gezogen war. „Die Finanzierung über Banken macht derzeit etwa zwei Drittel unserer Fremdkapitalfinanzierung aus“, sagt der Deputy CFO. „Das soll sich langfristig ändern, wobei die Finanzierung über Schuldscheine und Anleihen einen größeren Anteil einnehmen soll.“

ProSiebenSat.1 spart mit Debt-Issuance-Programm Zeit

Das Debt-Issuance-Programm stellt nun das Rahmenwerk für die Anleihefinanzierung dar. Mit dem Programm könnten die Münchener ohne lange Vorlaufzeit den Anleihemarkt anzapfen. Schnelligkeit ist bei volatilen Märkten entscheidend. Gerade für Emittenten ohne Rating wie den Medienkonzern kann sich ein offenes Fenster am Kapitalmarkt schnell wieder schließen. „Mit unserem Debt-Issuance-Programm brauchen wir für die Emission einer Anleihe deutlich weniger Zeit und können damit flexibler auf Marktsituationen reagieren“, sagt Gierig.

Wann ProSiebenSat.1 das Debt-Issuance- Programm nutzen will und welche Folgen die Pläne für die Kernbanken des Medienkonzerns haben werden, lesen Sie nach dem Login im vollständigen Artikel im E-Magazin 23-2020.

Paulus[at]derTreasurer.de