Michael Spiegel (links) und Ole Matthiessen erhalten neue Aufgaben bei der Deutschen Bank.

links: Mario Andreya/Deutsche Bank, rechts: Deutsche Bank; Montage: DerTreasurer

13.02.19
Persönlich & Personal

Deutsche Bank: Michael Spiegel und Ole Matthiessen erhalten neue Aufgaben

Personalrochaden bei der Deutschen Bank: Michael Spiegel, bisher Leiter des globalen Cash Managements, und Ole Matthiessen aus dem FX-Bereich bekommen neue Aufgaben. Die Wechsel sollen Transaktionsbank und Investmentbank stärker verknüpfen.

Die Deutsche Bank lässt der letztjährigen Ankündigung von Bankchef Christian Sewing, sich stärker auf das Global Transaktion Banking und damit auf Treasurer als Zielgruppe zu fokussieren, nun erneut Taten folgen. Eine weitere Personalrochade innerhalb der Bank soll dazu beitragen, das FX- und das Cash-Management-Geschäft der Bank mit dem Kapitalmarktgeschäft zu verknüpfen. Das geht aus mehreren internen Mitteilungen der Bank hervor, die DerTreasurer vorliegen. Demnach wechseln einige Top-Banker von der Transaktionsbank zur Investmentbank und umgekehrt.

Michael Spiegel fokussiert sich auf Treasury-Produkte

Eine Rochade betrifft den prominenten Transaktionsbanker Michael Spiegel. Der bisherige Leiter des globalen Cash Managements und des Transaction Bankings in Deutschland, erhält in der Investmentbank eine neue Rolle. Künftig wird er dort den neuen Bereich Commercial and Network Banking leiten. Damit konzentriert er sich auf den Vertrieb von Produkten für Treasury-Abteilungen. In dieser neuen Position wird er an Louise Kitchen berichten, die die weltweite Kundenbetreuung im Kapitalmarktgeschäft (Institutional & Treasury Coverage, kurz ITC) verantwortet.

Um die Verknüpfung zwischen der Investment- und der Transaktionsbank zu forcieren, verantwortet Spiegel aber weiterhin auch das Transaction Banking in Deutschland und berichtet in dieser Position wie bisher an Stefan Hoops, der seit Herbst 2018 GTB-Chef der Deutschen Bank ist. Hoops wird im Zuge der Umstrukturierung interimsweise auch die Leitung des globalen Cash Managements von Spiegel übernehmen. In Kürze soll ein Nachfolger für diese Position bekannt gegeben werden, geht aus einer internen Mitteilung hervor.

Ole Matthiessen soll zwischen Bereichen vermitteln

Doch nicht nur im Cash Management, sondern auch im FX-Bereich gibt es eine personelle Veränderung. Ole Matthiessen, bisheriger Leiter FX-Strukturierung in der Investmentbank der Deutschen Bank, wechselt in die Transaktionsbank und wird dort als Head of GTB Strategic and Cross-Divisional Solutions tätig sein. In dieser neuen Rolle soll der Banker unter anderem Kooperationen zwischen der Transaktionsbank sowie dem Zins- und Devisenhandel Transaktionsbank verantworten. Matthiesen soll zudem vorhandene Joint Ventures betreuen und ebenfalls an GTB-Chef Hoops berichten.

Diese Personalien reihen sich in einige frühere Personalentscheidungen ein, die die Deutsche Bank bereits im vergangenen Herbst infolge ihres Strategieschwenks umgesetzt hat: So ist beispielsweise der Wechsel von Stefan Hoops an die Spitze der Transaktionsbank ebenfalls in diesem Zusammenhang zu sehen. Seine Rolle wird jetzt weiter gestärkt. Bis Herbst 2018 hatte Hoops zusammen mit Louise Kitchen das Kapitalmarktgeschäft der Deutschen Bank geleitet. Gleiches gilt auch für den Wechsel von Lothar Meenen vom Global Transaction Banking in das Corporate Banking: Seit Herbst vergangenen Jahres ist Meenen europaweit für internationale Großkonzerne zuständig.

Deutsche Bank nimmt Treasurer stärker ins Visier

Damit setzt Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing seine neue Strategie weiter um. Im vergangenen Frühjahr hatte Sewing angekündigt, sich auf „stabilere“ – und risikoärmere – Geschäftsfelder fokussieren zu wollen. Im Zuge dessen will er auch das Global Transaction Banking stärken, zu dem die Deutsche Bank das Geschäft mit Zahlungsverkehr, Cash Management sowie weiteren Treasury-Lösungen zählt.

Allerdings muss sich die Deutsche Bank in diesem Geschäftsfeld insbesondere gegen einige Auslandsbanken behaupten. Wie eine aktuelle Umfrage der US-Beratung Greenwich Associates unter 576 CFOs und Treasurern von europäischen Unternehmen ab 2 Milliarden Euro Jahresumsatz zeigt, hat die französische BNP Paribas ihren Vorsprung im europäischen Cash Management im Vergleich zu 2015 sogar noch ausgebaut. Auf Platz zwei folgt die HSBC. Platz 3 belegt die Deutsche Bank zusammen mit der Unicredit. Schaut man nur auf den deutschen Cash-Management-Markt liegt die Deutsche Bank auf Platz zwei hinter der Commerzbank.

Für die Deutsche Bank, bleibt also einiges zu tun, wenn sie ihren Marktanteil bei den Treasurern insbesondere im Transaction Banking weiter ausbauen möchte – sowohl deutschland- als auch europaweit.

Paulus[at]derTreasurer.de

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