Der Gesundheitskonzern Fresenius und seine Dialysetochter Fresenius Medical Care haben erstmals nachhaltige Kreditlinien abgeschlossen.

Fresenius

30.07.21
Persönlich & Personal

„Wir modernisieren unsere Finanzierungsstruktur“

Die beiden Gesundheitskonzerne Fresenius und Fresenius Medical Care haben ihre ersten nachhaltigen Kreditlinien abgeschlossen. Finanzleiterin Sara Hennicken erläutert gegenüber DerTreasurer, wie es dazu kam.

Die beiden Gesundheitskonzerne Fresenius und Fresenius Medical Care haben syndizierte revolvierende Kreditlinien mit Nachhaltigkeitskomponenten in Höhe von jeweils 2 Milliarden Euro vereinbart. Die Transaktionen erfolgten zeitgleich, aber unabhängig voneinander. So hatte Fresenius etwa einen kleineren Bankenkreis als die ebenfalls im Dax-notierte Tochter Fresenius Medical Care.

Verantwortlich für die Deals war in beiden Fällen jedoch Sara Hennicken, die seit Anfang 2020 das Group Treasury und das Corporate Finance beider Konzerne verantwortet. „Die Transaktionen sind Teil einer umfassenden Refinanzierung von Fresenius und Fresenius Medical Care“, erklärt die frühere Deutsch-Bankerin gegenüber DerTreasurer.

Fresenius und Fresenius Medical Care stellen Recht um

Beide Unternehmen ersetzen damit ihre bisherige Finanzierung am US-Markt. Die neuen Linien basieren auf dem europäischen LMA-Standard, die alten setzten auf den US-amerikanischen LSTA-Standard. „Mit dem Wechsel von US-Recht auf deutsches Recht modernisieren wir unsere Finanzierungsstruktur und machen sie zukunftsfähig“, sagt Hennicken weiter.

Die nun abgelösten Kreditlinien stammten ursprünglich aus dem Jahr 2012, zum damaligen Zeitpunkt waren Fresenius und Fresenius Medical Care noch Non-Investmentgrade-Unternehmen. Die neue Finanzierungsstruktur hat nun eine Investmentgrade-Struktur. „Mit der so gewonnenen größeren Flexibilität tragen wir den ambitionierten Wachstumszielen beider Unternehmen Rechnung.“

Fresenius und Fresenius Medical Care haben in den kommenden Jahren einiges vor: So will Fresenius eigenen Angaben zufolge unter anderem Ergebnisverbesserungen von jährlich mindestens 100 Millionen Euro nach Steuern und Minderheitenanteilen bis zum Jahr 2023 realisieren. Die Dialysetochter Fresenius Medical Care erwartet in den kommenden fünf Jahren ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und ein Ergebniswachstum im hohen einstelligen Prozentbereich.

Gleichzeitig spielt auch das Thema Nachhaltigkeit in beiden Konzernen eine immer wichtigere Rolle. So haben die Nachhaltigkeitskennzahlen bereits Einfluss auf die kurzfristige variable Vergütung der Vorstandsmitglieder. Die Bedeutung des Themas solle sich auch in der Finanzierungsstruktur widerspiegeln, sagt Hennicken.

Wie das genau aussieht, um warum sich die Konzerne für eine „Switch-Option“ entschieden haben, erfahren Sie nach dem Login im vollständigen Artikel im E-Magazin 14-2021 lesen.

Paulus[at]derTreasurer.de