Treasury-Chef Ulrich Borgstädt hat für Henkel Sustainability-linked Bonds emittiert.

Henkel

15.12.21
Persönlich & Personal

„Zinsaufschlag durchaus relevant“

Henkel hat kürzlich die ersten Sustainability-linked Bonds in der Unternehmensgeschichte platziert. Treasury-Chef Ulrich Borgstädt spricht mit DerTreasurer über den Markt für nachhaltige Finanzierungen und was Nachhaltigkeit für den Konsumgüterkonzern bedeutet.

„Die EU-Kommission formuliert im Rahmen des Sustainable Finance Action Plans das eindeutige Ziel, die Kapitalströme stärker in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken. Auch die Zentralbanken wie die Bank of England oder die Europäische Zentralbank entwickeln entsprechende Kriterien im Rahmen ihrer Corporate-Bond-Ankaufprogramme“, sagt Ulrich Borgstädt. Unternehmen müssten deshalb nachhaltig agieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist der seit Anfang April 2020 amtierende Treasury-Chef von Henkel überzeugt. „Das bezieht sich nicht nur auf die Wettbewerbsfähigkeit an den Fremdkapitalmärkten, sondern das gilt für die gesamte Unternehmensstrategie.“

Bei Henkel wird diese Strategie nun auch auf der Finanzierungsseite immer mehr untermauert. „Mit unserem kürzlich platzierten zweitranchigen Sustainability-linked Bond haben wir inzwischen einen recht beeindruckenden Track Record bei nachhaltigen Finanzierungen“, glaubt der Treasury-Chef.

Grüner Kredit, nachhaltige Bonds: Henkel als ESG-Pionier

Die ESG-linked Anleihe ist für Henkel bereits die dritte neuartige nachhaltige Finanzierung. 2018 hat der Konsumgüterkonzern als erstes Unternehmen in Deutschland und weltweit in seiner Branche eine grüne Kreditlinie abgeschlossen, die Zinskonditionen mit Nachhaltigkeitskriterien verbindet. Im Juli 2020 folgte eine weitere Premiere: Die Düsseldorfer platzierten im Rahmen einer Privatplatzierung als erstes Unternehmen weltweit einen „Plastic Waste Reduction Bond“. Die Erlöse des Bonds dürfen ausschließlich zur Reduzierung von Plastikabfall verwendet werden.

„Die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit ist allgegenwärtig“, sagt Borgstädt. Das Henkel-Treasury beurteile sein Tun deshalb immer im Sinne von ESG. „Ich möchte mich aber nicht darauf festlegen, dass wir nur noch Finanzierungen mit expliziter Nachhaltigkeitskomponente abschließen werden.“

Dennoch hat der Dax-Konzern mit dem in diesem Herbst veröffentlichten Sustainable Finance Framework einen weiteren Schritt in diese Richtung getan. Das Framework bietet die Grundlage für die Emission von Sustainability-linked und Green Bonds. „Beide Instrumente demonstrieren derzeit einen eindeutigen Trend hin zu nachhaltigen Finanzierungen und dienen auch dazu, die potentiellen Kapitalgeber ganz explizit über die unternehmenseigene Nachhaltigkeitsstrategie und entsprechende Ziele aufzuklären“, führt Borgstädt aus.

Warum sich Henkel diesmal für Sustainability-linked Bonds und die Kopplung an Umwelt-KPIs entschieden hat und die Emission im Euro-Dollar-Markt nicht ganz wie erwartet gelaufen ist, erfahren Sie nach dem Login im vollständigen Artikel der E-Magazin-Ausgabe 23-2021.

Paulus[at]derTreasurer.de

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