Treasury-Chefin Sara Hennicken wird neue Fresenius-CFO

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Aufstieg für Sara Hennicken: Die Bereichsleiterin Global Treasury & Corporate Finance wird ab September Finanzvorständin des Gesundheitskonzerns Fresenius. Hennicken löst damit bei den Bad Homburgern Rachel Empey ab, die seit August 2017 die Finanzen leitete. Die Noch-CFO will Fresenius „auf eigenen Wunsch“ hin verlassen. Wohin es sie zieht, ist noch nicht bekannt.

Die 41-jährige Hennicken ist seit August 2019 bei Fresenius und löste damals Karl-Dieter Schwab ab. Davor arbeitete sie 14 Jahre im Investmentbanking, davon neun Jahre für die Deutsche Bank. Dort war sie zuletzt als Managing Director und Senior Client Executive im Bereich Corporate Finance Coverage tätig. Davor arbeitete sie für die Citigroup.

Rachel Empey, CFO von Fresenius, zeigt sich erfreut über die Berufung Hennickens: „Sara Hennicken habe ich 2019 selbst an Bord geholt. Bei ihr sind meine Aufgaben in besten Händen. Ich freue mich für sie und wünsche ihr für die neue Aufgabe mit erweiterter Verantwortung viel Glück, Freude und Erfolg.“ Wer die Leitung von Global Treasury & Corporate Finance übernimmt, steht noch nicht fest, wie ein Fresenius-Sprecher gegenüber DerTreasurer mitteilte.

Hennicken sicherte Milliardenfinanzierung

Hennicken hat sich durch verschiedene Gesellenstücke für die Aufgabe als Dax-CFO qualifiziert. So hat sie die Finanzierungsstruktur des Medizinriesen modernisiert. Dazu gehörte im vergangenen Jahr auch die erste nachhaltige Kreditlinie von Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC). Die beiden Konzerne schlossen – zeitgleich, aber unabhängig voneinander – syndizierte revolvierende Kreditlinien mit Nachhaltigkeitskomponenten in Höhe von jeweils 2 Milliarden Euro ab.

Hennicken war für beide Deals verantwortlich. „Die Transaktionen sind Teil einer umfassenden Refinanzierung von Fresenius und Fresenius Medical Care“, erklärte die Finanzleiterin im Juli vergangenen Jahres gegenüber DerTreasurer. „Als besonders wertvoll habe ich dabei die sehr gute konzernübergreifende Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen wahrgenommen. Darauf möchte ich in meiner neuen Funktion zum Wohle unseres Unternehmens aufbauen“, wird sie nun in der Mitteilung zitiert.

Fresenius startet gut ins neue Jahr

Neben der Personalmeldung stellte der Konzern am Dienstag auch seine Quartalszahlen vor. Im ersten Quartal hat Fresenius wegen negativer Auswirkungen bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care einen leicht geringeren operativen Gewinn erzielt. Während der Umsatz um 8 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro stieg, schrumpfte operative Gewinn (Ebit) um 1 Prozent auf 996 Millionen Euro. Insgesamt konnte Fresenius das Konzernergebnis ohne Sondereinflüsse um 6 Prozent auf 462 Millionen Euro steigern.

Auch wenn die Pandemie-Folgen und der Ukraine-Krieg das Geschäft des Gesundheitskonzerns belasten, hält das Management an dem Ausblick für das laufende Geschäftsjahr fest und erwartet einen währungsbereinigten Anstieg des Konzernumsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Konzernergebnis soll im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen.

Hennicken könnte nun eine herausfordernde CFO-Aufgabe bevorstehen: Fresenius-Chef Stephan Sturm, Empeys Vorgänger als CFO, prüft derzeit die Aufspaltung des Traditionsunternehmens. Als Möglichkeiten werden die Abspaltungen der Töchter Kabi oder Helios diskutiert. Auch der Verkauf des FMC-Anteils soll zur Debatte stehen.

Autorenbild Sarah Backhaus

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, Transformation, Zahlungsverkehr und Cash Management.