Die Commerzbank und das Fintech Crossinx arbeiten ab sofort beim E-Invoicing zusammen.

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15.05.20
Cash Management & Zahlungsverkehr

Commerzbank kooperiert mit E-Invoicing-Fintech Crossinx

Die Commerzbank kooperiert mit Crossinx. Das Fintech bietet Lösungen an, um Rechnungen in elektronischer Form empfangen und verarbeiten zu können.

Die Commerzbank forciert ihre Zusammenarbeit mit Fintechs: Nachdem sie Ende April beim Hedging-Fintech 21 Strategies eingestiegen war, kooperiert die gelbe Bank nun mit dem E-Invoicing-Dienstleister Crossinx.

Auf Basis der Kooperation bietet die Commerzbank ihren Firmenkunden ab sofort Lösungen rund um den elektronischen Austausch von Bestell- und Rechnungsinformationen an. Damit könnten Unternehmen ihre Finanzprozesse zu „hundert Prozent“ digitalisieren, erklärten die Anbieter in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Lösung von Crossinx sorgt demnach dafür, dass „sämtliche Rechnungen in einem einheitlichen E-Rechnungsformat vorliegen“. Das 2007 gegründete Fintech ist neben der elektronischen Rechnungsverarbeitung auch im Bereich Supply Chain Finance aktiv.

Treasury beim E-Invoicing in der Pflicht

Für Treasurer, deren Unternehmen Kunden der Commerzbank sind, ist diese Kooperation eine Möglichkeit, auf E-Invoicing umzusteigen. Das ist zunehmend auch gesetzlich verpflichtend: So müssen öffentliche Auftraggeber in Deutschland auf Kommunal- und Landesebene seit dem vergangenen Monat Rechnungen in elektronischer Form empfangen und weiterverarbeiten können. Für die Bundesverwaltung gilt diese Pflicht schon seit Ende 2019.

Das betrifft auch alle Unternehmen, die Kommunen oder andere öffentliche Einrichtungen als Auftraggeber haben: Auch sie müssen ihre Rechnungen ab November 2020 elektronisch übermitteln. Grundlage dieser Pflicht ist eine bereits seit November 2018 geltende EU-Richtlinie, die den Ausbau der elektronischen Rechnungsstellung in Europa vorantreiben sollte.

Diese Verpflichtung hat aber auch Vorteile: Durch den elektronischen Rechnungsaustausch kann das Treasury und das Rechnungswesen die Rechnungsdaten sofort im firmeninternen ERP-System einsehen, überprüfen und anschließend automatisiert weiterverarbeiten. Dadurch reduzieren sich Erfassungsfehler und Durchlaufzeiten.

E-Invoicing verspricht hohe Kosteneinsparungen

Sich durch Papierberge von Rechnungen wühlen zu müssen, könnte damit bald der Vergangenheit angehören. Das E-Invoicing verspreche Kosteneinsparungen „von bis zu 80 Prozent im Vergleich zu klassischen Rechnungsabläufen über Papierversand“, glauben Commerzbank und Crossinx.

Experten rechneten das Potential zur Kostenersparnis schon vor rund einem Jahr bei DerTreasurer vor:  So habe ein Maschinenbauer, der rund 20.000 Rechnungen pro Jahr versendet, nach der Umstellung rund 85.000 Euro jährlich eingespart.

Allerdings sollten Unternehmen den Aufwand, auf E-Invoicing umzurüsten nicht unterschätzen. Donovan Pfaff, CEO des Beratungshauses Bonpago, sagte im Frühjahr 2019 zu DerTreasurer, dass eine Umstellung bis zu 24 Monate dauern könne und bei einem durchschnittlichen Mittelständler mit 300 Mitarbeitern bis zu 50.000 Euro kosten würde.

Paulus[at]derTreausrer.de

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