VDT stellt neues Positionspapier vor

06.06.17 08:51

Was ist eigentlich Treasury?

Von Markus Dentz

Die Eingrenzung des Berufsbilds „Treasurer“ ist verzwickt. Um sich der deutschen Treasury-Definition anzunähern und die oft fließenden Zuständigkeitsgrenzen zu definieren, hat der Treasury-Verband VDT nun ein Positionspapier veröffentlicht.

Eine Definition für das Treasury abzuleiten ist schwieriger als man weitläufig annimmt.

Massonstock/iStock/Thinkstock/Getty Images

Eine Definition für das Treasury abzuleiten ist schwieriger als man weitläufig annimmt.

Jedes Unternehmen, sei es auch noch so klein, hat einen Zahlungsverkehr, Konten und Darlehensverträge. Dennoch haben die KMUs in aller Regel keinen eigenen Treasurer. Buchhalter oder Geschäftsführer erledigen diese Aufgaben nebenbei. In großen Firmen gibt es hingegen in den allermeisten Fällen eine Treasury-Abteilung. Deren Zuständigkeit beschränkt sich allerdings teilweise auf Liquiditätsmanagement und Hedging. Für die Finanzierung haben Konzerne, in Deutschland insbesondere diejenigen aus der Dax-Liga, eine eigene Corporate-Finance-Einheit, die Anleihen und Co. strukturiert. Manche Treasurer sind zudem für Versicherungen zuständig. Andere verantworten die Bereiche M&A oder Investor Relations.

VDT will Funktion des Corporate Treasury genauer definieren

Was ist also Treasury? Diese Publikation hat von Beginn an implizit einen breiten Treasury-Begriff favorisiert, unter dem auch beispielsweise das Corporate Finance subsummiert wird. Dennoch ist klar: Eine schnelle Antwort auf die vermeintlich einfache Frage gibt es nicht. Das hat der Treasury-Verband VDT zum Anlass genommen, sich in einem Positionspapier der deutschen Treasury-Definition anzunähern und die oft fließenden Zuständigkeitsgrenzen zu definieren.

„Es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, was die Aufgaben des Treasury sind“, sagt Heinrich Degenhart, der seit vielen Jahren dem VDT-Vorstand angehört. „Wir verspüren einen starken Zustrom von kleineren Unternehmen, die sich mit unseren Themen befassen, aber keinen eigenen Treasurer haben.“ Dies sei mit ein Motiv gewesen, die Funktion genauer zu definieren – unabhängig von der jeweiligen organisatorischen Ausprägung. „Wir wollen uns von den Organigrammen lösen“, fügt Degenhart hinzu. Diese seien in vielen Unternehmen häufig historisch gewachsen und nicht generalstabsmäßig geplant.

Welche kontroversen Punkte es in dem dreizehnseitigen VDT-Papiers gibt, erfahren Sie in der Ausgabe 11-2017 unseres E-Magazins von DerTreasurer.

Dentz[at]derTreasurer.de

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