Der Risikomanager, der im Treasury arbeitet, kümmert sich um sämtliche Finanzrisiken eines Unternehmens.

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05.03.21
Persönlich & Personal

Jobprofil Risikomanager: Das sind Gehälter und Karriereperspektiven

Risikomanager im Treasury überwachen die Finanzrisiken in einem Unternehmen. Welche Voraussetzungen sie für diesen Job mitbringen sollten und mit welchem Gehalt sie rechnen können, zeigt diese Übersicht.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Risikomanagern in einem Unternehmen: den Corporate Risikomanager und den Finanzrisikomanager, der oft im Treasury angesiedelt ist. Der Corporate Riskmanager hat die operativen, strategischen und die Compliance-Risiken für alle Abteilungen wie den Vertrieb, die Personal- oder die IT-Abteilung, im Unternehmen im Blick. Die Finanzrisiken werden von ihm damit auch im Konzern-Risikobericht konsolidiert und reported.

Risikomanager für Finanzrisiken im Treasury angesiedelt

Der Finanzrisikomanager ist in den Corporate-Riskmanagement-Kreislauf eingebunden, allerdings hat er einen besonderen Fokus. So kümmert er sich um sämtliche Finanzrisiken des Unternehmens. Darunter fallen vor allem Zins-, Währungs- und Rohstoffrisiken – also Risiken, die durch Preisänderungen an verschiedenen Märkten entstehen. Aber auch das Management von Ausfall- und Liquiditätsrisiken zählt zum Aufgabenspektrum des Finanzrisikomanagers.

„Der Finanzrisikomanager managet die finanziellen Risiken im Tagesgeschäft und bewertet diese in einem oft quartärlichen Reporting-Zyklus“, sagt Carsten Linker, Vorstand Ressort Risk Management beim Verband Deutscher Treasurer (VDT) und Head of Treasury Pfleiderer Group. Der Financial Riskmanager hat ihm zufolge eine starke Überwachungsfunktion. Allerdings sollte ein guter Risikomanager auch Vorsorge für Eventualitäten  treffen – etwa durch den Abschluss von Hedging-Geschäften oder die Diversifizierung von Geschäftsbeziehungen und Finanzierungsinstrumente.

In der Krise schlägt die Stunde der Risikomanager

Vor allem in Krisenzeiten ist der Risikomanager gefragt: In solchen Momenten verschiebe sich der Schwerpunkt der Aufgaben von der Überwachung und dem Reporting von Risiken hin zu einem aktivem Gegensteuern, betont Linker. In der Finanzkrise äußerte sich das insbesondere mit Blick auf Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken. Viele Finanzierungsmärkte waren zu, Banken gerieten ins Wanken.

Auch in der Coronakrise gewinnen diese Risikokategorien an Bedeutung. Viele Financial Riskmanager mussten ihr Reporting überprüfen: Waren die richtigen Warnglocken gesetzt? Wo mussten Anpassungen vorgenommen werden? Insbesondere das Thema Warenkreditversicherung ist im Zuge der Pandemie bei vielen Treasurern stärker in den Fokus gerückt. Als Euler Hermes im Herbst 2020 die Limite für zahlreiche Warenkreditversicherungen bis zum Jahresende befristet hatte, war das für viele ein Weckruf.

Risikomanagement mit Technologien stetig verbessern

Aber nicht nur die Diversifizierung der Partner hilft dabei, die Risiken im Treasury breiter zu streuen. Auch die Qualität des Reportings hat sich in den vergangenen Jahren durch neue Möglichkeiten weiterentwickelt.

„Technologien wie künstliche Intelligenz oder Big Data sorgen für eine ständige Evolution der Systemwelt“, sagt VDT-Vorstand Linker. „Der Treasurer muss verstehen, welche Technologien es gibt und sich passende Use Cases vorstellen können.“ Er müsse nicht alles davon selbst umsetzen, aber er müsse wissen, wie man sie nutzen könne.

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So gelingt der Start im Financial Riskmanagement

Der Weg ins Financial Riskmanagement führt oft über eine Bankausbildung mit anschließendem wirtschaftswissenschaftlichen Studium, da die Risikomanager so die Zusammenhänge und die Mechanismen der Geld- und Finanzmärkte besser verstehen. So ist es keine Seltenheit, dass Trader oder Firmenkundenbanker ins Finanzrisikomanagement eines Unternehmens wechseln.

Aber auch (Finanz)Mathematiker sind für diesen Beruf geeignet, da Unternehmen oft mit Modellen arbeiten, um ihre Finanzrisiken zu analysieren und Rückschlüsse ziehen zu können. „Neben dem fachlichen Know-how ist die Fähigkeit, sich interdisziplinär intern und extern zu vernetzen und einen ganzheitlichen Blick auf die Zusammenhänge zu haben, aber genauso wichtig“, sagt Linker.

Gehaltsperspektiven eines Financial Riskmanagers

Wie die anderen Treasury-Mitarbeiter sind Financial Riskmanager Spezialisten und verdienen aufgrund dieses Spezialwissens gut. So verdienen Junior Zins- und Währungsmanager dem „Finance Gehaltsreport 2020 “ zufolge zwischen 50.000 Euro und 60.000 Euro und haben damit brutto sogar noch etwas mehr in der Tasche als Junior Cash Manager. Senior Zins- und Währungsmanager können demnach sogar zwischen 90.000 Euro und 130.000 Euro verdienen.

Paulus[at]derTreasurer.de